Da von den Qualitätsmedien dieses Landes ausschließlich CIA-induzierte NATO-Propaganda zum Thema Libyen verbreitet wird, bleibt einzig das Internet als Quelle für unzensierte Informationen. So beschreibt ein ausgezeichneter Kommentar auf Radio Utopie die zynische Verdummungstaktik der NATO-Offiziellen:
Die Staaten des Nordatlantikpaktes, die mit ihren Luftstreitkräften den geführten Proxy-Milizen im Libyen-Krieg versuchen den Weg frei zu bomben, haben mit ihren Luftangriffen offenbar wieder einmal ein neues Massaker angerichtet. Nachdem die durch Nato-Staaten gestützten “Rebellen”-Milizen sich nach verlustreichen Kämpfen wieder aus Sirte und Bani Walid zurückziehen mussten, meldet jetzt das libysche Regime Opferzahlen von Nato-Luftangriffen. In Sirte sollen in den letzten siebzehn Tagen im Zuge der Angriffe durch die Nato 2000 Menschen getötet worden sein; allein gestern 354, bei Luftangriffen auf Wohnviertel. (1)
Die Nato erklärte dazu, man habe gestern Nacht in Sirte lediglich fünf “Kommandozentren”, drei Radaranlagen, vier gepanzerte Fahrzeuge und acht Raketensysteme bombardieren müssen. Heute hätte man Sirte weiter bombardiert,
“weil Gaddafi-Truppen ihre Angriffe auf Zivilisten fortgesetzt hätten.”
Angesichts der zynischen Unverfrorenheit dieser Aussage würde selbst ein gewisser Herr Goebbels vor Neid erblassen. Die Soldaten der regulären Armee Libyens, die zusammen mit den gaddafitreuen Einwohnern ihre Stadt gegen eine von der NATO hochgerüstete und mittels Bombenangriffen unterstützte Bande von Milizionären eines verfeindeten Clans verteidigen, haben also “ihre Angriffe auf Zivilisten fortgesetzt”? Allein für diese menschenverachtende Lüge müßte diesen Lumpen sofort der Prozeß gemacht werden, aber was geschieht? Die bundesdeutschen Medien füttern mit diesem Propagandamüll unkommentiert ihr Publikum!
Das ist angesichts der unzähligen Opfer so widerwärtig, daß es einem die Sprache verschlägt. Ein ehemaliges Verteidigungsbündnis mutiert vor unseren Augen zu einer Söldnertruppe im Dienste zwielichtiger Politiker und Wirtschaftsbosse, der Präsident der westlichen Führungsmacht (Friedensnobelpreisträger!) lügt zum Thema Libyen, daß sich die Balken biegen (vermutlich auch zu den meisten anderen Themen, aber da ist es weniger offensichtlich) und die Nomenklatura einstmals linker Parteien (SPD, “Grüne”) hat vor Kriegsbegeisterung wie ein gewisser Joseph Fischer buchstäblich Schaum vor dem Mund.
Der einzige Trost angesichts dieses Rückfalls in die Barbarei ist der, daß sich Kriegsverbrechen und Lügen am Ende immer gegen ihre Urheber richten und auch gegen jene, die zu dem Unrecht schwiegen. Es dauert nur manchmal etwas länger …
Das Scher(b)enfernrohr hält wieder Ausschau
Das Üble ist ja nicht, dass die NATO auf der falschen Seite eingreift, sondern dass sie in diesem Krieg der Schurken überhaupt zugunsten einer Seite eingreift. Dahinter steckt eine unfassbar naive Sicht auf die “Arabellion”. Seit Teile der moslemischen Welt dem Westen den Dschihad erklärt haben, flattern die westlichen Staaten innen- und außenpolitisch so hilf- und planlos herum wie geköpfte Hühner.
Ich fürchte, in diesem Falle haben wir es nicht mit “Naivität”, sondern mit krimineller Energie zu tun. Der Regime Change in Libyen wurde von langer Hand geplant und hat ausschließlich wirtschaftliche Gründe. Libyen war reich und unabhängig von den Bankstern des IWF und anderer “wohltätiger” Finanzinstitute. Es besaß nicht nur Öl, sondern Trinkwasservorräte im Wert von mehreren Billionen (!) Euro. Jetzt wird Libyen mit Hilfe bezahlter Banditen und Al-Kaida-Aktivisten nicht nur von seiner farbigen Bevölkerung und Gaddafi-Anhängern “befreit”, sondern auch von seinem Reichtum, denn die “eingefrorenen” bzw. gestohlenen Gelder in Höhe von 150 Milliarden Euro gehörten nicht Gadaffi, sondern dem libyschen Volk. Ohne diesen “Kunstgriff” wäre die italienische UniCredit-Bank heute schon pleite, bei der Libyen Großaktionär war. Wir haben es hier m. E. ganz klar mit einem Kriegsverbrechen der NATO-Länder aus niedrigen Motiven (Rache, Gier) zu tun, aber leider ist die Öffentlichkeit inzwischen so verblödet, daß sie sogar noch Beifall klatscht, weil ihr die Medien eingetrichtert haben, daß Gaddafi so etwas wie Hitler oder der Teufel sei, was man in der 3. Welt mit Recht völlig anders sieht. Und wenn es gegen den Teufel geht, da darf man auch Schulen und Krankenhäuser bombardieren (wie vorletzte Nacht in Sirte), und gegen ein paar nette Massaker an Schwarzen durch die verbündeten Halsabschneider des Bengasi-Clans ist auch nichts einzuwenden …